Santé et matériaux de constructions
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[Translate to Français:] Gesundheit und Bauprodukte
Hinschauen lohnt sich: Schadstoffe im Wohn- und Arbeitsumfeld
Bauprodukte können eine bedeutsame Quelle für die Belastung der Innenraumluft darstellen. Man unterscheidet drei Arten von Schadstoffen: Biologische (Schimmel, Keime), physikalische (z.B. Radon und elektromagnetische Felder) sowie chemische (z.B. Asbest, VOCs, Formaldehyd) Viele dieser Produkte wie Innenputz oder Bodenbeläge werden großflächig in den Raum eingebracht und können Quellen für Schadstoffe sein. Durch ausgiebiges Lüften kann man vorübergehend Abhilfe schaffen. Viele Emissionen bleiben aber für unsere Nase unbemerkt und können mittel- und langfristig zu gesundheitlichen Problemen der Bewohner führen.
Durch die Energieeinsparverordnung verschärft sich dieses Problem zunehmend, da die geforderten Wärmedämm- und Abdichtungsmassnahmen zu einem geringeren natürlichen Luftwechsel führen und damit zu einer Anreicherung von Schadstoffen in der Raumluft.
Öko ist nicht gleich gesund.
Ein gesundes Innenraumklima hängt ganz wesentlich vom Einsatz schadstoffarmer Produkte ab. Diese Produkte sollten möglichst aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Flachs, Hanf, Schafwolle, Zellulose oder Kork bestehen, um unsere Umwelt zu entlasten. Das heißt aber nicht, dass diese Produkte damit automatisch gesund sind. Gerade aus ökologischen Farben emittieren z.B. natürliche Terpene und andere organische Verbindungen, die zu gesundheitlichen Problemen führen können, von Reizwirkungen auf Schleimhäute bis hin zu Langzeitwirkungen wie Allergisierung oder Krebserzeugung. „Natur pur“ bedeutet nicht, dass diese Produkte frei von Schadstoffen sind.
Zunahme von Allergien und Krankheiten durch Bauprodukte
Jeder fünfte Deutsche leidet inzwischen an Allergien. Die Krankheiten, die durch Schadstoffe ausgelöst werden, steigen dramatisch. Der Anteil von Kindern mit Asthma-Symptomen liegt inzwischen bei 14%. Die Studie LiNA des Umweltforschungszentrums Leipzig (UFZ) belegt, dass das Risiko von Kindern, an Allergien zu leiden, sich signifikant erhöht, wenn die Mutter während der Schwangerschaft saniert oder renoviert hat, also intensiven Kontakt zu Bauprodukten hatte.
Gesünder bauen und sanieren: geht das?
Wir haben es bei der Innenraumbelastung mit sechs Ursachenkomplexen zu tun:
1. Baustoffe
2. bauartbedingte Ursachen (Baufehler, Materialauswahl, Verwendung von schädlichen Baustoffen, Hilfsstoffen)
3. minimierten Luftwechsel (dicke Luft, Feuchtigkeit, Schimmel, Anreicherung)
4 verhaltensbedingte Ursachen (Feuchte, Lüftungsverhalten, Rauchen, Duftstoffe, Ausstattungen, Kopierer etc.))
5. umweltbedingte Ursachen (Immissionen, Exposition zu Schadstoffen im Umfeld oder Boden , z.B. Radon).
6. Produkte aus industriellen Chemieanwendungen (z.B. Chlor, Bisphenyle, Weichmacher)
Gerade die möglichen Schadstoffquellen Baustoffe und Bauprozesse sind besonders gefährlich, weil der Nutzer davon ausgeht, dass sie von den ausführenden Unternehmen so umgesetzt wurden, dass von Ihnen keine Gefahr ausgeht. Für dieses Problem ist das Sentinel-Haus Konzept entwickelt worden. Der Gesundheitspass des Sentinel-Haus Instituts fasst internationale Empfehlungswerte für Schadstoffe zusammen und ermöglicht eine umfassende und praxisnahe Bewertung der Wohngesundheit eines Gebäudes. Unabhängig überprüfte Modellprojekte in ganz Deutschland, Österreich und Frankreich belegen die Praxistauglichkeit des Konzepts.
